Wer sind wir

Ausstellungen informieren die Öffentlichkeit von unseren Aktivitäten Foto: LBV Kreisgruppe
Ausstellungen informieren die Öffentlichkeit von unseren Aktivitäten Foto: LBV Kreisgruppe
Jung und Alt im Einsatz für die Natur Foto: Gerald Jütten
Jung und Alt im Einsatz für die Natur  Foto: Gerald Jütten
Ein äußerst seltener Durchzugsgast: der Ortolan Foto: Gerald Jütten
Ein äußerst seltener Durchzugsgast: der   Ortolan Foto: Gerald Jütten
Auch Reptilien stehen im Fokus unserer Bemühungen, hier die Ringelnatter Foto: Gerald Jütten
Auch Reptilien stehen im Fokus unserer Bemühungen, hier die Ringelnatter  Foto: Gerald Jütten
Jedes Jahr ein Highlight: die Fledermausnacht im Bauernhofmuseum Foto: Nadine Wolf
Jedes Jahr ein Highlight: die Fledermausnacht im Bauernhofmuseum Foto: Nadine Wolf
Praktische Hilfe für Flussseeschwalben in Kettershasuen Foto: Gerald Jütten
Praktische Hilfe für Flussseeschwalben in Kettershasuen Foto: Gerald Jütten
Junge Forscher erkunden die Natur und begreifen so die ökologischen Zusammenhänge Foto: Volker Ziemer
Junge Forscher erkunden die Natur und begreifen so die ökologischen Zusammenhänge Foto: Volker Ziemer
Schleiereulenjunge Foto: Georg Frehner
Schleiereulenjunge Foto: Georg Frehner

Über den LBV

Seit 1909 ist die Natur die Welt des Landesbund für Vogelschutz (LBV). Damals wurde der LBV als „Staatlich autorisierte Vogelschutzkommission“ im Auftrag des königlich bayerischen Innenministers gegründet. Vom reinen Vogelschutzverein der Anfangsjahre hat er sich zum viertgrößten Naturschutzverband Deutschlands entwickelt. Heute steht er mit über 60.000 Mitgliedern und 15.000 Förderern, 350 Kreis- und Ortsgruppen, 120 Jugendgruppen und ca. 2.750 ha eigenen Schutzgebieten in der Öffentlichkeit. 20 Geschäftsstellen mit über 120 hauptamtlichen Mitarbeitern unterstützen vor Ort die freiwilligen und ehrenamtlichen Helfer. Als einziger Naturschutzverband Deutschlands ist der LBV Träger und Betreiber eines eigenen Kindergartens. Der LBV ist ein staatlich anerkannter Naturschutzverband. Im Unterallgäu und Memmingen beispielsweise bilden über 1000 Mitglieder, drei Ortsgruppen, drei Kindergruppen die Grundlage einer Kreisgruppe. Die Flächen der Kreisgruppe - ca. 16 ha Eigentum und 20 ha Pacht- werden überwiegend durch Landwirte gepflegt. Dort wo es maschinell nicht möglich ist, pflegen Mitglieder alljährlich die Flächen. Diese Arbeiten finanzieren sich fast ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Ziel ist es, eine vielfältige und (er)lebenswerte Natur zu erhalten und zu schützen. Deshalb unsere Bitte an Sie: machen Sie mit!

 

Die Kreisgruppe Unterallgäu/Memmingen

Die Kreisgruppe wurde 1972 gegründet. Seither haben wir uns immer konstruktiv und mit Nachdruck für die Belange der Natur eingesetzt. Wir kümmern uns in erster Linie um hoch bedrohte Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensräume. Mit unserem ganzheitlich ausgerichteten Handeln haben wir immer den ländlichen Raum im Visier. Denn dort wo wir wohnen, müssen wir die Aufgaben angehen und lösen. Vielfalt statt Einfalt ist hierbei unser Motto.

 

Warum Vogelschutz?

Der LBV trägt den Vogelschutz im Namen. Darum setzen wir uns natürlich ganz dafür ein. Trotz unserer Mühen müssen wir feststellen, dass in den vergangenen 25 Jahren etwa 50 % der Vögel unserer Heimat auf der Roten Liste stehen und somit teilweise vom Aussterben bedroht sind. Unsere Lebensweise verursacht einen hohen Verbrauch der natürlichen Rohstoffe wie Wasser und Land. Der Zustand der Vogelwelt spiegelt auch den Umgang mit den natürlichen Ressourcen wider und ist daher ein wichtiges Indiz intakter Lebensräume. Kaum eine andere Tierart steht erkennbar so für unsere Lebensgrundlagen. Über das uns durch Bezeichnungen wie „Vogelliebhaber“ oder „Nistkastenbauer“ angehängte Images, führt unser Tun jetzt und zukünftig weit hinaus. Daher auch unser Zusatzname: Verband für Arten- und Biotopschutz.

 

Artenschutz

Eines unserer zentralen Anliegen ist die Vielfalt der Arten - die Biodiversität - zu erhalten. Ob Weißstörche, Schleiereulen, Orchideen, Schmetterlinge, Molche oder Fledermäuse: wir machen uns für die Vielfalt unserer Tier- und Pflanzenwelt stark. Wir erfassen Daten und führen gezielt Projekte durch, informieren die Öffentlichkeit und nehmen Stellung zu Gesetzesvorlagen. Unsere bedrohten Arten brauchen einen Anwalt; dabei wird geholfen wo es nötig ist. Noch immer gehören in Bayern z.B. Kreuzkröte, Feuersalamander, Rebhuhn und Schwarzstorch aber auch das Bayer. Löffelkraut zu den bedrohten Arten.

 

Biotopschutz

Landschaftspflegemaßnahmen sind Arbeiten für den Biotopschutz, die in hohem Maße durch Ehrenamtliche ausgeführt werden. Menschen, Tiere und Pflanzen brauchen Raum, um sich entwickeln, entfalten und überleben zu können. Durch Flächenankauf und Pacht von inzwischen über 2.700 ha mit Hilfe des Arche- Noah- Fonds, durch Zustandserfassungen und Pflegemaßnahmen, durch Gutachten bei Eingriffsplanungen und politischer Lobbyarbeit erhalten und schaffen wir wertvolle Lebensräume. Praktische Biotoppflege ist Schutz unserer aller Lebensgrundlagen. Dabei hat der Erhalt von bestehenden, natürlichen Biotopen Vorrang. Ausgleichsflächen bzw. angelegte Biotope benötigen oft lange Zeit, bis sie von der Tier- und Pflanzenwelt angenommen und besiedelt werden.

 

Die Naturschutzjugend im LBV (NAJU)

Die NAJU, das sind rund 17.000 junge LBV-Mitglieder in mehr als 120 Kinder- und Jugendgruppen. Die Aktivitäten der NAJU reichen von Ferienfreizeiten, Seminaren und Aktionscamps über Infostände und Arbeitskreise bis hin zu Straßentheater und Biotoppflege. Zielorientiert und konsequent setzt sich die NAJU für den Erhalt unser natürlichen Lebensgrundlagen ein. Die Naturschutzjugend im LBV hat dabei viele Gesichter.

 

Außerdem:

Es macht mächtig Spaß, neue Beobachtungen und Erfolge mit anderen zu teilen; egal ob als „Experte“ oder „Naturfreund“ Erfahrungen ausgetauscht werden.

Und überhaupt:

mit unseren Kartierungen (z.B. Zählen und Erfassen von Brutpaaren) tragen wir dazu bei, die deutschland- und europaweite Forschungsarbeit zu unterstützen. Wer glaubt im Bereich der heimischen Natur sei ohnehin das meiste bekannt, der darf sich eines Besseren belehren lassen. Kleine und große Forscher finden immer wieder Neues, Unbekanntes und tragen somit zu aufschlussreichen Erkenntnissen bei.

Wir stellen uns vor



Als am 30.11.1985, aufgrund des in erster Linie alters- und gesundheitlich bedingten Rücktritts des langjährigen Vorsitzenden Georg Keppeler, eine Neuwahl und Neuorganisation der Kreisgruppe notwendig wurde, ahnten nur wenige, welche unglaubliche Entwicklung die Kreisgruppe in den kommenden 20 Jahren nehmen würde.
Ein Grundstein wurde schon 1972 nach der Gebietsreform gelegt. Damals wurde die LBV Kreisgruppe gegründet und bis zum Jahre 1985 von Georg Keppeler aus Mindelheim und Ferdinand Dozauer aus Bad Wörishofen geführt. Ein solides Fundament mit knapp über 250 Mitglieder war vorhanden. Der Zufall wollte es, dass ausgerechnet am Tag der Tschernobyl-Katastrophe (26.04.1986) die erste Jahreshauptversammlung der neuen Vorstandschaft in Mindelau stattfand und Georg Keppeler dabei für seine Verdienste geehrt wurde.
Mit einer neuen Vorstandschaft folgten Jahre der Euphorie. Die monatlichen Kreisgruppentreffen entwickelten sich zu wahren Publikumsrennern. Eine gewisse Eigendynamik war die Folge. Die ersten Ortsgruppen sowie Kinder- und Jugendgruppen ließen sich scheinbar mühelos gründen und die Neumitglieder flogen dem LBV nur so zu. In der örtlichen Presse wurde die Bevölkerung fast wöchentlich über die Naturschutzarbeit der Kreisgruppe informiert und so auch aufgerüttelt und sensibilisiert. Vielleicht war es auch das forsche, ungewohnt kritische und auch vor Inhabern politischer Ämter nicht haltmachende Auftreten der Kreisgruppe, das der Bevölkerung gefiel. Die Schaffung einer Naturschutzwacht wurde ebenso wie die Gründung eines Landschaftspflegeverbandes angemahnt, Missstände im Pfaffenhauser Moos aufgedeckt, oft selbst angepackt und abgestellt und massive Eingriffe in die Natur, wie die Zerstörung der Lehmgrube in Goßmannshofen, angeprangert. Vielen Mandatsträgern hat dies nicht gefallen. Sie nahmen unseren immer sachlich gemeinten und dem Erhalt der heimischen Natur geltenden Einsatz oft missverständlich als persönliche Angriffe zur Kenntnis. Zwischen den Behörden und dem LBV wehte zeitweise ein rauer Wind. Trotz des oft heftigen Gegenwindes setzte die LBV Kreisgruppe unbeirrt und konsequent ihren Weg fort. Unser Motto lautete immer: Vielfalt statt Einfalt und Leben braucht Vielfalt. Und wir wurden dafür belohnt. Nie geglaubte Erfolge stellten sich bei unseren Schutzprogrammen für bedrohte Tierarten ein. Im Laufe der Jahre wurden mindestens fünf Vogelarten wieder heimisch, die zuvor als Brutvogel ausgestorben oder kurz vor dem Aussterben waren. Schleiereule, Weißstorch, Gänsesäger, Hohltaube und Flussseeschwalbe sind nicht zuletzt durch unseren Einsatz im Unterallgäu wieder heimisch geworden. Bei anderen gefährdeten Arten wie Eisvogel, Uferschwalbe, Wasseramsel, Dohle und Fledermaus wurde versucht, durch Aufklärungsarbeit und durch spezielle Schutzprogramme die Bestände zu stabilisieren bzw. zu erhöhen. Der Landkreis wäre heute – in aller Bescheidenheit - um einige Arten ärmer, wenn es diese Kreisgruppe nicht gegeben hätte. Die Verantwortlichen der Kreisgruppe machen endlos viel Ehrenamtliches, zum Wohl der Allgemeinheit. Sie zählt zu einer der aktivsten in ganz Bayern. Die große Stärke der Kreisgruppe liegt im hohen Sachverstand, in der Kontinuität, im großen ehrenamtlichen Engagement und nicht zuletzt in der Tatsache, dass sie sich seit 20 Jahren aus einem harten Kern verlässlicher und unermüdlich für die heimischer Natur einsetzender Mitstreiter zusammensetzt.

Es gibt aber nicht nur Erfolge sondern auch Niederlagen, bittere Enttäuschungen und Rückschläge zu verzeichnen. Trotz vieler Bemühungen und Appelle ist es auch uns nicht gelungen, das Braunkehlchen, den Raubwürger und den Steinkauz vor dem Aussterben zu retten. Gezählt sind trotz unseres Einsatzes auch die Tage des Großen Brachvogels, des Rebhuhns und des Gartenrotschwanzes; und von den beiden Arten Eisvogel und Bekassine gibt es zusammen gerade noch zehn Brutpaare. Dramatisch zurückgegangen sind die Bestände beim Kiebitz, der Wasserralle, dem Kleinspecht und dem Baumpieper, aber auch einstige Allerweltsarten wie Feldlerche, Rauch- und Mehlschwalbe nehmen im Unterallgäu in ihrem Bestand erschreckend ab.

Ein Drama war das Hin und Her sowohl im Umweltausschuss als auch im Kreistag, als es um die Gründung eines Landschaftspflegeverbandes ging. Eine herbe Enttäuschung für uns war die Ablehnung eines Antrages im Umweltausschuss ein Rebhuhnprogramm in Höhe von 5000,-- DM jährlich zu unterstützen. Heute ist es vermutlich zu spät dafür. Die Rebhuhnbestände sind dramatisch zusammengebrochen. Nicht zufrieden waren wir mit der Art und Weise des Zustandekommens und der Meldung von Flora-Fauna-Habitat- (FFH) und Vogelschutz-Gebieten (SPA) an das europäische Netzwerk „NATURA 2000“. Nur 2,9 Prozent der Landkreisflächen, also ca. 3600 Hektar wurden nach Brüssel gemeldet. Der schwäbische Durchschnitt liegt bei 11,2 %. Ein kleiner Lichtblick dagegen war das konsequente Eintreten der Unteren Naturschutzbehörde, als es um ein geplantes Motocross-Übungsgelände bei Hawangen ging. Durch die Ablehnung wurde verhindert dass ein bedeutendes, drei Hektar großes Rückzugsgebiet nicht nur für das Niederwild sondern auch für verschiedene Amphibien und Vogelarten erhalten blieb und noch heute existiert. Die Fläche ist jetzt sogar als „Geschützter Landschaftsteil“ gesichert worden.

Das Verhältnis zwischen Landwirtschaft und Naturschutz ist in den letzten Jahren deutlich besser geworden. Dies war ein langer, schwieriger Prozess. Heute sitzen Vertreter von Kommunen, Landwirtschaft und Naturschutz gleichberechtigt an einem Tisch. Schon zu Beginn unserer Arbeit wurden wir von aufgeschlossenen und verständnisvollen Landwirten tatkräftig unterstützt.
Insgesamt haben wir uns immer konstruktiv und mit Nachdruck für die Belange der Natur eingesetzt. Unser Handeln war immer ganzheitlich angelegt und hatte den ländlichen Raum im Visier. Denn dort wo wir wohnen müssen wir die Aufgaben angehen bzw. lösen.
Liebe Leserin, lieber Leser, ich hoffe Sie werden uns auch weiterhin dabei unterstützen. Ich bitte Sie darum!

Georg Frehner
LBV-Kreisgruppenvorsitzender
© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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